: Er isst

Reiskorn, Stuttgart

Das Reiskorn liegt mitten in Stuttgart in der Nähe des Rotebühlplatz. Es gibt dort europäisch-asiatische Küche. Das Restaurant ist sehr gemütlich eingerichtet und extrem gut besucht. Eine Reservierung ist also dringend ratsam.

Es gab bei mir zuerst gedämpftes Dim Sum, also kleine, in diesem Fall vier, Vorspeisehäppchen. Die Gyoza und das Siao Mai, beides mehr oder weniger gefüllte Teigtaschen, sind klassische Dim Sum. Die zwei anderen waren in einem Kohl- und in einem Noriblatt gefüllt. Die Füllungen waren alle sehr Meeresfrüchte-lastig. Schmeckten dadurch alle auch recht ähnlich. Aber nichtsdestotrotz sehr lecker.

Die zweite Vorspeise waren einfache Frühlingsrollen. Oder was heißt einfach. Richtig gute Frühlingsrollen müssen eine gute Füllung haben, dürfen nicht zu viel Teig um die Füllung haben und natürlich knusprig ausgebacken sein. In diesem Fall waren die Rollen nur mit Gemüse gefüllt. Leider war das Verhältnis von Füllung zu Teig nicht so toll, weil es einfach zu viel Teig war. Überhaupt war die Hülle gewöhnungsbedürftig. Die Rolle wurde zwar klassisch mit Frühlingsrollenteig umhüllt, dann aber noch mal in einem flüssigen Teig gewendet und erst dann frittiert. Erklärt auch warum es eben so viel Teig war.

Der Dip zu den beiden Vorspeisen war süß-scharf, weiter aber nicht identifizierbar. Hat in Ordnung geschmeckt, optisch war der Dip jedoch eine Katastrophe. Farbe und Konsistenz erinnerten an irgendetwas Unappetitliches.

Die Hauptspeise war ein Rindfleischschmorgericht. Das Fleisch wurde in Sake und Sojasauce eingelegt aus der dann auch die Sauce gemacht wurde. Dazu gabs Reis und Karotten. Das war auch in Ordnung, aber nichts besonderes. Mit asiatischem Essen hatte das nur noch wenig zu tun. Die Saucenkonsistenz war zu dick. Den Haufen roher, klein geschnittener Karotten und Sojasprossen hätte man auch getrost weglassen können. Isst man ja sowieso nicht. Sambal, eine scharfe Würzsauce wie es sie eigentlich bei jedem Asiaten gibt, gab es nicht. Stattdessen steckte im Reis eine rote Chilischote. Nun ja.

Alles in Allem durchwachsen. Service war sehr nett, aber nicht ganz aufmerksam. Und im Laufe des Abends, mit steigender Anzahl an Gästen wurde sowohl der Service, als auch die Küche immer langsamer.

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