: Erkocht | Andere Gerichte

Geburtstagsessen

Jedes Jahr gibt es bei uns ein kleines, manchmal auch größeres, Geburtstagsessen für die Familie. Und weil ich gerade erst Geburtstag hatte, war es nun gestern soweit. Dieses Mal kochten wir ein europäisch-/deutsch-angehauchtes, asiatisches Menü.

Das Menü ist auch der Grund wieso es in letzter Zeit keine neuen Artikel mehr gab. Rezepte mussten gesucht, einige der Gerichte selbst entworfen und alles probegekocht werden. Da blieb das Erkochen der Küchen IQ-Rezepte leider etwas auf der Strecke. Aber nun zum Menü.

Surf & Turf: Jakobsmuschel / Lardo / Linsen

Den Auftakt machte eine kurz angebratene Jakobsmuschel, eine dünne Scheibe Lardo und klassisch gekochte Belugalinsen. Herzhafte Aromen, also die erdigen Linsen mit dem Lardo, passen prima zur Jakosbmuschel. Das besondere Etwas lieferte der intensive Curry-Zitronengras-Kokosschaum.

Flüssiges: Zitronengras / Limette / Thunfisch

Das Menü begann mit einer Zitronengras-/Limettensuppe, die durch das Zitrusaroma sehr leicht und frisch daherkam. Dazu gab es kurz-angebratenen Thunfisch der davor in Sojasauce mariniert wurde und der, wie allgemein Fische, gut mit der Säure harmoniert.

Grünes: Sellerie / Steinpilze / Miso-Sesam

Salat darf bei uns nicht fehlen. In dem Fall gab es Staudensellerie, sowohl geschnittene Scheiben von der Stange, als auch die Blätter vom Staudensellerie, den man leider oftmals im Supermarkt nicht findet. Dazu Feldsalat und junger Spinat. Die Steinpilze wurden dünn geschnitten und angebraten. Die Vinaigrette wurde mit Misobrühe, Sesamöl, Zitrone und Senf angerührt. Die Cashewkerne wurden angeröstet, grob zerkleinert und drübergestreut.

Cremiges: Krustentier / Lila Curry / Tomate

Kommen wir zum Zwischengericht. Das Cremige ist ein Püree von violetten Kartoffeln und lila Currypulver, das seine Farbe und einen wesentlichen Teil seines eher säuerlichen Geschmacks dem Hibiskus verdankt. Darauf gab es eine gebratene Garnele das mit Fünf-Gewürze-Pulver kräftig aromatisiert wird. Die Sauce wird aus den „Resten“ der Tomatenfilets, also den Kernen und dem übrigen Tomateninneren, und Öl, das mit Krustentierschalen aromatisiert wurde, gekocht. Und dazu gab es noch mit Knoblauchscheiben belegte und im Ofen geschmorte Tomatenfilets.

Zwiebelrostbraten: Dry-Aged Roastbeef / Teriyaki Shiitake / Spätzle

Die Hauptspeise. Ein Rostbraten mit Zwiebeln, Spätzle und Soße. So wie man ihn hier in Schwaben gerne isst. Die Zwiebeln kross ausgebacken, dazu die weichen Spätzle und das leckere Steak, das bei Niedertemperatur gegart wurde. Asiatisch wird das Gericht durch das Shiitake-Pilze-Ragout, das mit Teriyaki-Sauce zubereitet wurde und dem ganzen Gericht noch etwas mehr Würze verlieh.

Kaltes & Süßes: Weiße Schokolade / Ananas / Basilikum 

Das Rezept für die Nachspeise kam aus Alexander Herrmanns Küchen IQ-Kochbuch und wird noch mal gesondert Thema sein. Es ist auch das einzige Rezept, das unverändert im Original den Weg ins Menü fand. Dabei handelte es sich um ein Parfait aus weißer Schokolade, Babyananas mit einer Orangensauce und Basilikum, der sowohl in der Sauce verarbeitet wurde, als auch knusprig frittiert als Deko auf dem Parfait angerichtet wurde. Zusätzlich wird beim Anrichten noch Olivenöl und ein guter Balsamico dazugegeben.

Ein gelungenes Menü, wo ich mir selbst nicht sicher war ob das alles so klappt. Fünf Gänge, wenn man das Amuse Geule mitzählt, für neun Personen waren durchaus eine Herausforderung.

Das einzige was wirklich nicht so gelungen war, war das Fleisch. Das Roastbeef wurde am Stück rundum angebraten und dann bei 80 Grad für einige Stunden in den Ofen gegeben. Ergebnis sollte ein durch und durch rosa gegartes und zartes Fleisch sein. Leider war das Roastbeef am Ende aber doch um einiges zäher als gedacht, obwohl es optisch anders aussah. Beim Probekochen hatte das deutlich besser funktioniert. Meiner Meinung nach lag das am Fleisch. Zwar habe ich sowohl beim Probekochen als auch beim Menü ein irisches Angus-Rind gewählt, was dann trocken gereift wurde. Das eine Mal hatte ich es allerdings beim Metzger, das andere Mal in der Metro gekauft. Und damit einhergehend muss man wohl einen gewissen Qualitätsunterschied in Kauf nehmen.

Aber das ist eher ein Thema für einen extra Blogbeitrag. :-)