: Er isst

Noir, Stuttgart

Das erste Mal las ich vom Noir in den Mittagstisch-Posts des Apfelbrot-Blogs. Erst später erfuhr ich, dass die Allesesser auch schon darüber positiv berichtet hatten. Das im Stuttgarter Süden beheimatete Noir serviert vietnamesische Küche. Die Einrichtung ist auf den ersten Blick überraschend und witzig, auf den zweiten Blick übertrieben extravagant. Man kann kaum beschreiben, was die Gastronomen dort gebaut haben. Gesehen habe ich so etwas auf jeden Fall noch nie. Der Gang zu den Tischen erfolgt nämlich über eine Rampe die man hochlaufen muss. Die Sitzplätze und Tische sind dann in Einbuchtungen eingelassen. Und dort muss man erst mal Platz nehmen. Für Frauen auf Highheels und Röcken sicherlich eine Herausforderung. Ansonsten ist die dunkle Einrichtung stimmig und machen dem Namen des Restaurants alle Ehre.

Wir wählten zu zweit viele Kleinigkeiten und nur eine Hauptspeise. Dazu gehörten Bò Lá Lôt Betelblätter gefüllt mit würzigem Rindfleisch, Cha Gio vietnamesische Frühlingsrollen, Gói Du Du frischer Papayasalat mit Garnelen, Xa Lach Ga Glasnudelsalat mit angebratenem Zitronengras-Hühnchen, dazu Chili-Limettendressing, Dim Sum im Bastkörbchen gedämpft mit Gemüsefüllung und Sojasoßen-Dip und die Hauptspeise Bò Xaò Hanh Me zartes Rindfleisch mit geröstetem schwarzem Sesam und roten Zwiebeln, garniert mit Frühlingszwiebeln in Zitronengrassoße, verfeinert mit asiatischen Kräutern und Reisbandnudeln.

Daraus machte die Küche eine Menüabfolge mit zwei Gängen zu je zwei Vorspeisen und dann der Hauptspeise, die mit dem Papayasalat serviert wurde. Das ist top, andere hätte sicherlich einfach alles auf einmal auf den Tisch gestellt.

Das Essen war größtenteils gut bis sehr gut. Hervorzuheben ist der Glasnudelsalat, der frisch abgeschmeckt wurde und einen schön rauchigen Geschmack mitbrachte, den man sonst nur selten in Deutschland bekommt. Da hat wahrscheinlich der Wok, in dem das Hühnchen angebraten wurde, ganze Arbeit geleistet. Die Frühlingsrollen waren auch sehr gut, die Reisteighülle kross, das Fett gut abgetropft (was ja leider keine Selbstverständlichkeit ist) und die Füllung toll  abgeschmeckt, aber leider etwas trocken. Die gefüllten Betelblätter waren dagegen etwas langweilig, genauso die Dim Sum und die Hauptspeise. Da fehlte Pep und der Mut kräftige Aromen an die Gerichte zu bringen. Der Papayasalat war zu sauer. Da wurde dann wiederrum zu mutig mit der Limette umgegangen. Die Garnelen waren leider auch nicht angebraten sondern nur gekocht, schade.

Die Weinauswahl ist sehr überschaubar und leider nicht gut. Aber das haben viele Asiaten gemeinsam.

Insgesamt, und wenn man weiß was man essen sollte, eine tolle Alternative für asiatisches Essen in Stuttgart. Für vietnamesisches Essen gehört das Noir neben dem Noodle1 sicherlich zu den ersten Adressen.

3 Gedanken zu “Noir, Stuttgart

  1. Hallo! Das mit dem Wein stimmt leider. Und auch sonst haben wir unterm Strich gleiche Erfahrungen im NOIR gesammelt – manchmal ist das Gericht total stimmig und manchmal gibt es von einer Zutat ein Ticken zu viel. Ansonsten jedoch preisleistungsmäßig voll in Ordnung.

    Ach und oben passt der Link nicht zu uns – wir werden zukünftig auch mehr „Gleichgesinnte“ verlinken. So bekommen die interessierten Restaurantgänger viel mehr Info´s. Ich finde auf solche Blogs ist eher Verlass, denn die üblichen Restaurant-Bewertungen halte ich für unglaubwürdig und denke auch, dass viel manipuliert wird.

    In diesem Sinne:
    Auf die Blogs! Maaahlzeit.

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