: Er isst

[m]eatery, Stuttgart

„Die Hamburger [m]eatery kommt mit ihrer ersten „Niederlassung“ nach Stuttgart“ hieß es vor über einem Jahr. Mit vielen Vorschusslorbeeren ausgerüstet, warteten die Steakliebhaber deswegen schon sehnsüchtig auf die Eröffnung. Und warteten und warteten. „Endlich“ möchte man sagen, öffnete das Restaurant vor zwei Tagen schließlich seine Türen, nachdem es immer wieder zu Verzögerungen kam. Auch ich habe mich sehr auf die [m]eatery in Stuttgart gefreut, war ich doch schon mal in Hamburg zu Gast und hatte dort schon mal einen schönen Abend erlebt. Anscheinend warteten wir nicht alleine, denn das Restaurant war voll und kein Platz mehr zu haben.

Die [m]eatery verfolgt ein klassisches Steakhaus-Konzept mit einer Bar/Lounge, in der dann z. B. After-Work Cocktails getrunken werden können. Sehr imposant sind sicherlich die Rinderrücken von heimischen Weideochsen, die trocken reifen und für jeden Gast sichtbar in einer gläsernen Vitrine ausgestellt sind.

Die Karte ist dementsprechend aufgebaut und bietet in aller erste Linie Fleisch, aber auch den einen oder anderen Fisch vom Grill an. Aber man muss sagen, dass auch die anderen Gerichte überraschend interessant klingen und Lust auf das folgende Essen machen. Nur Vegetarier werden nicht ganz auf ihre Kosten kommen.

Zur Vorspeise gab es die Variation vom Weideochsen, bestehend aus einem geschmorten Stück, einem Tartar, einer Suppe, einem frittierten Bällchen und einem Carpaccio.

IMG_3495Insgesamt war die Vorspeise OK. Das Carpaccio war grenzwertig übersalzen, dafür hätte die Suppe besser gewürzt sein können. Der Rest war gut, aber stellenweise nicht ganz harmonisch abgeschmeckt. Aber das kann auch den Anfangsschwierigkeiten in der Küche geschuldet sein. Ich kann mir vorstellen, dass sie das Gericht auch besser schicken können.

Zur Hauptspeise gab es natürlich ein Steak. Neben dem heimischen und hauseigenen Fleisch, gibt es auch argentinisches Black Angus und amerikanisches Black Angus/Hereford Rind. Die sind allerdings nicht Dry-Aged sondern werden konventionell nass im Vakuum gereift. Das Steak kann mit einer Vielzahl von Beilagen kombiniert werden, z. B. Pommes Frites, Kartoffelgratin, Risotto oder Gemüse, das ich wählte. Dazu gibt es noch eine Sauce, in meinem Fall Kalbsjus und eine Butter, z. B. Tomatenbutter.

IMG_3496Das Fleisch war perfekt. Natürlich auf den Punkt medium-rare und außen noch besser geröstet und knuspriger als im Zeppelino’S. Auch hier gilt, der Spezialofen leistet ganze Arbeit. Warum das so ist, hatte ich dort ja schon beschrieben. Auch die Sauce, Beilage und Butter waren stimmig.

Zum krönenden Abschluss gab es dann noch einen Schokobrownie mit Thymianeis.

IMG_3500Zu der Kombination muss man keine Worte mehr verlieren. Das passt einfach. Das Thymianeis war eine schöne Abwechslung.

Die Weinkarte ist leider sehr überschaubar, dafür ist die Auswahl an anderen Getränken, z. B. Bier, Cocktails und Spirituosen ergiebiger. Dennoch wird man sicherlich nicht verdursten :-).

Für den zweiten Tag mit Gästen war der Abend großartig. Das Ambiente stimmt, das Essen war, mal von der Vorspeise abgesehen, sehr gut. Der Service war überragend. Das hat man auch an einem kleinen Vorfall gemerkt, der sich nach der Hauptspeise zugetragen hat. Der Kellner brachte uns gerade eine neue Flasche Wein, als alle Lampen angeschaltet und es hell wurde und die Alarmsirene anging. In der Küche sah man ungewöhnlich viel Rauch und die Sprinkleranlage hatte in der Küche gerade ihren Betrieb aufgenommen. Der Service prüfte kurz die Situation, unterhielt sich dann aber souverän mit uns weiter und schenkte uns den Wein ein. Die Küche musste danach leider das Kochen vieler Gerichte, eben wegen dem Löschwasser, einstellen, unsere Desserts kamen trotzdem warm auf den Teller. Der Nachbartisch hatte da leider nicht so viel Glück, sie bekamen ihre Hauptspeise nicht mehr. In einem Fall hielt sich mein Mitleid aber in Grenzen, bestellte sie doch ihren gegrillten Thunfisch „durch, sehr durch“.

Das Restaurant ist eine absolute Empfehlung für jeden Steakfreund und deutlich besser als die vielen Maredos und Block Houses die in Stuttgart ihr Fleisch anbieten.

 

 

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