: Er isst

Long March Canteen, Berlin

Bei Kochfreunde las ich zufällig von einem Dim Sum Restaurant in Berlin. Da ohnehin ein Ausflug nach Berlin anstand und ich großer Liebhaber dieser chinesischen Snacks bin, musste ich die Chance ergreifen und reservierte direkt einen Tisch. Leider deckt die Long March Canteen den Tisch zwei Mal, weswegen eine Reservierung nur zwischen 18 und 19 Uhr, mit einer Maximaldauer bis 21 Uhr, und dann eben erst ab 21 Uhr möglich ist. Das finde ich immer traurig. Gerade in schönen Restaurants, die zum Verweilen einladen und eben ein anderes Konzept verfolgen, als der Imbiss oder die schnelle Küche um die Ecke.

Die Long March Canteen gehört nämlich definitiv zu diesen schöneren Restaurants. Es ist traumhaft eingerichtet und versprüht eine einzigartige Atmosphäre, wie ich sie sonst nur in deutlich anspruchsvolleren, asiatischen Restaurants verspürt habe, z. B. im Hakkasan in London. Schön, dass es nun so einen Betrieb auch in Kreuzberg gibt.

120222_lmc_pnorama_1Im Gegensatz zu anderen Restaurants dieser Art hat sich die Long March Canteen wirklich nur auf Dim Sum spezialisiert. Andere asiatische Gerichte werden nicht angeboten und so stellten wir uns natürlich darauf ein, dass das Essen sehr gut sein müsste. Wir wurden freundlich an unseren Tisch geleitet, der in dem doch recht großen Raum etwas am Rand stand.

Nach ersten Anlaufschwierigkeiten, wir mussten doch etwas warten bis wir etwas zu Trinken bestellen konnten, wurde uns das Konzept erklärt und der Dim Sum-Wagen vorgefahren. Sollte es etwa so sein, dass man gar nicht aktiv bestellen muss, sondern sich vom Wagen einfach die gewünschten Dim Sums nehmen kann? So wie es im chinesischen Original üblich ist? Leider nur fast. Auf dem Wagen befinden sich nur die kalten Variationen, wogegen die warmen Speisen klassisch bestellt werden. Das ist natürlich trotzdem noch toll, weil der erste Appetit trotzdem direkt gestillt werden kann. Das von mir gewählte Roastbeef war schön rosa gegart und mit Chili, Sojasauce mariniert. Alles sehr klassisch, da kann nicht viel falsch gemacht werden. So war es dann auch lecker.

DSC_2972Ansonsten wählten wir von den warmen Speisen die mit Klebreis, getrockneten Garnelen und chinesischer Wurst gefüllten Lotusblätter, knuspriger Tofu mit Thaibasilikum, Chili und Knoblauch, Schweinebauch butterweich mit Babyspargel, Wantan in Szechuan Chiliöl-Salzgemüse, gebratene Baozi (Teigtasche mit Schwein und Ingwer), gedämpfte Shou Mai mit Schwein, Wasserkastanie und Lachskaviar und als letztes noch Cho You Bow, hier besser bekannt als Cha Siu Bao.

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Und alles war sehr, sehr gut. Sicherlich kann bei dem einen oder anderen Gericht an der Feinabstimmung gearbeitet werden, so war mir die Füllung der Cha Siu Bao nicht intensiv genug und der Tofu nicht besonders abgeschmeckt, aber insgesamt bewegten wir uns hier schon auf einem sehr hohen Niveau. Besonders überrascht war ich vom Klebreis mit der chinesischen Wurst. Diese Wurst hat ein ganz besonderes Aroma, ist aber in Deutschland nur sehr schwer zu bekommen. Toll, dass hier damit gearbeitet wurde.

Ohne Zweifel ist das Restaurant weiterzuempfehlen. Das Konzept ist stimmig, die Atmosphäre passend, der Service gut und eine gelungene Alternative zu den typischen Asia-Restaurants. Es ist außerdem, gerade in größeren Gruppen, unglaublich gesellig, einfach die Speisekarte hoch und runter zu bestellen und die Gerichte dann zu teilen um möglichst viele verschiedene Dim Sum zu probieren.

Übrigens weiß auch die Getränkekarte einigermaßen zu überzeugen, was ja in China-Restaurants auch nicht unbedingt selbstverständlich ist.

 

Ein Gedanke zu “Long March Canteen, Berlin

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