: Er isst

Schellenturm, Stuttgart

Die Weinstube Schellenturm liegt im Stuttgarter Bohnenviertel, der Altstadt Stuttgarts. Der Turm war im 16. Jahrhundert Teil der Stadtmauer und beherbergt nun ein kleines Restaurant. Sicherlich ist es gerade im Innenraum, im alten Gemäuer, sehr schön. Bei den sommerlichen Temperaturen gerade, haben wir es uns aber dann doch lieber draußen gemütlich gemacht.

Das Restaurant kocht gut-bürgerlich, ohne die wirklich großen Überraschungen. Man erwartet eine solide, schwäbische Karte. Und so ist es dann auch gewesen. Sehr überschaubar aber auch. Ich bin ja durchaus ein großer Fan kleiner Karten, hier hätte aber ein wenig mehr Auswahl gut getan. Ähnlich verhält es sich auch bei der Weinauswahl. Zwar trägt das Restaurant den Begriff „Weinstube“ im Namen und erklärt in ihrer Weinkarte auch sämtliche Rebsorten, selbst jene die gar nicht auf der Karte geführt werden, angeboten werden dann aber nur wenige offene, wie Flaschenweine.

Ich hatte zur Vorspeise die im Schwabenland immer noch sehr beliebten Kutteln.

Foto 1Kutteln sind ja seit jeher nicht jedermanns Sache. Geschmacklich wenig intensiv, mögen Liebhaber der Innerei vor allem die Konsistenz des Pansen. Und gerade wenn die Kutteln auf eine intensive Sauce treffen, wie z. B. die Trollinger-Sauce hier, wird das frühere Arme-Leute-Essen auch dem anspruchsvolleren Gaumen gerecht. Die Version hier war sehr lecker und mit dem lauwarmen Bauernbrot dazu, wurde auch der letzte Tropfen „aufgewischt“.

Danach gab es einen „knusprigen Schweinebraten“ mit Spätzle, statt dem Kartoffelsalat auf der Karte.

Foto 2Das Gericht fiel dann doch stark zur Vorspeise ab. Der Schweinebraten war ein wenig trocken und nur der Fettgehalt sorgte für ein nicht allzu trockenes Mundgefühl. Knusprig war da leider nichts, die dazu nötige Schwarte wurde entfernt. Stattdessen wurden Kräuter auf den Braten verteilt, was geschmacklich sicherlich gut gemeint, aber eben nicht so knusprig ist, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Spätzle wirkten hausgemacht, waren aber leider trotzdem etwas zu fest. Der „Salat“ auf dem Teller war leider nicht angemacht und eher in der Kategorie „Kaninchenfutter“ einzuordnen. Die Sauce dagegen schmeckte recht gut und hatte eine schöne Konsistenz.

Der Service hatte eine ziemlich schwäbische „Gosch“. Nichtsdestrotz kann man, wenn man das zu nehmen weiß und in der überschaubaren Auswahl die richtige Wahl trifft, in schöner Atmosphäre einen schönen Abend mit ehrlichem, bodenständigen Essen verbringen.

 

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