: Er isst

Se7en Oceans, Hamburg (*)

Das Se7en Oceans befindet sich in der Europa Passage, mitten in der Hamburger Innenstadt. Das Einkaufszentrum liegt dabei aber durchaus, ja fast idyllisch, schön direkt an der Alster. Dennoch ist es etwas befremdlich ein mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetes Restaurant gleich neben einem Nagelstudio aufzufinden. Allerdings kann das Restaurant über einen Aufzug direkt „betreten“ werden, der Weg über die Shoppingebenen muss also nicht gegangen werden.

Das Restaurant ist zweigeteilt. Neben dem gut gefüllten Bistro- und Loungebereich, befindet sich etwas ruhiger im hinteren Bereich das Gourmetrestaurant. Für einen Freitagabend war es leider nur sporadisch besucht. Der aufmerksame Service nahm sogleich die Bestellung auf. Was lag näher, als in Hamburg dann auch gleich das viergängige Fischmenü zu ordern. Um es vorweg zu nehmen, die Gerichte waren sehr gut bis ausgezeichnet. Die Amuse Geules und die Brotauswahl hätte ich dabei gar nicht gebraucht, blieben sie nicht besonders gut in Erinnerung. DSC_5234Das eigentliche Menü startete mit „Wildgarnele mit Passionsfrucht und Shiso Kresse“. Die Garnele wurde dabei einmal roh mariniert, als Tatar und in Engelshaar ausgebacken zubereitet. Die Süße der Frucht verstand sich prima mit der Garnele und wurde durch die Frische und leichte Pfeffernote der Kresse unterstützt. Zusätzlich sorgte die Eiszubereitung der Kresse für Kontrast, in dieser wirklich tollen Kombination. DSC_5235 Der nächste Gang bestand aus „Emincé von der Dorade Rosé mit roter Beete“. „Emincé“ bezeichnet eigentlich dünn geschnittenes Fleisch. In diesem Fall bezog sich das auf den Fisch der zusammen mit roter Beete in verschiedenen Variationen, getrocknet, als Sud und normal gegart aufgetischt wurde. Die Kombination der Dorade mit der Bete ist mittlerweile ja schon recht verbreitet, weswegen mir hier etwas die Spannung und die Überraschungsmomente fehlten. Das Gericht fiel zum ersten Gang etwas ab.DSC_5236Auch der nächste Gang „Confiertes Kabeljaufilet auf Zitronenrisotto und Kopfsalat“ wirkte sehr klassisch, überzeugt aber dann doch viel mehr im Geschmacksbild. Säure der Zitrone und Frische des Kopfsalats mit dem cremigen Risotto und dem toll gegarten Fisch ergaben ein sehr harmonisches Gericht. DSC_5237Das süße Finale bestand aus „Geeister Kaiserschmarren und Pflaumen“. Unspektakulär geht das Menü zu Ende, die sehr gute Zubereitung half aber darüber hinweg. Der Eisblock vom Kaiserschmarren hätte etwas kleiner ausfallen können, ansonsten wusste die Nachspeise zu gefallen. DSC_5238 Das Menü hatte Höhen und Tiefen, insgesamt ist das aber in die Kategorie „Jammern auf hohem Niveau“ einzuordnen. Insofern freue ich mich auf einen nächsten Besuch.

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