: Er isst

Griechenbeisl, Glacis Beisl, die Meierei und Big Smoke, Wien

Erkocht zu Gast in Wien. In Österreich kann man ganz hervorragend essen. Das gilt insbesondere für die Landeshauptstadt. Neben einigen gehobenen Restaurants, z. B. dem Steirereck, das hier schon mal Thema war, spielen vor allem die gemütlichen Beisl eine große Rolle. Das Beisl ist vergleichbar mit der italienischen Trattoria. Einem Gasthaus mit einer guten, aber eher bodenständigen Küche.

Das Griechenbeisl ist ein Beispiel dafür und gleichzeitig das älteste Wirtshaus in Wien. Serviert werden österreichische Klassiker und einige Speisen abseits der üblichen Verdächtigen. Wir haben das Restaurant gleich zu Anfang besucht, was dazu führte, direkt das sehnsüchtig erwartete Wiener Schnitzel zu bestellen, was es ansonsten und so gut selten zu essen gibt.

IMG_4233In einer ähnlichen Kategorie, aber deutlich moderner gestaltet, findet sich das Glacis Beisl in der Nähe des Museumsquartiers. Ein Potpourri an klassischen wie kreativeren Gerichten findet sich auf einer auch recht großen Tageskarte. Das sehr mediterrane Gericht „Lardo mit violetten Kartoffeln“ ist lecker, aber genauso wenig überraschend, wie das super zarte Gulasch.

Eher der gehobenen Gastronomie zuzuordnen ist die Meierei. Eigentlich wollten wir auch dieses Mal das wunderbare Steirereck besuchen, das aber leider aufgrund von größeren Bauarbeiten gerade in der Zeit geschlossen war. Das kleine Schwesterrestaurant in der unteren Etage blieb glücklicherweise davon verschont, was uns die Gelegenheit gab, dort einzukehren. Die dort angebotenen Gerichte sind deutlich einfacher, als im Sterne-prämierten Steirereck, aber genauso verlockend. Und nicht nur die Speisen wissen zu überzeugen, auch die sehr große Auswahl verschiedener Milch-Getränke (!) findet man sonst nirgendwo.

Das Kalbsbeuscherl, ein traditioneller, österreichischer Innereien-Eintopf, schmeckte großartig, der Fischhauptgang war dagegen eher Durchschnitt. Die Nachspeise half aber darüber hinweg. Aus dem Steirereck kannte ich den „Bananen-Schnee mit Trinitario-Schokolade und Vanille-Eis“ schon. Und insbesondere der zart-schmelzende Schnee ist wieder super gewesen.

Kurz vor der Heimfahrt machten wir noch Halt bei Big Smoke. Zu diesem Zeitpunkt gerade erst neu eröffnet, machte sich das „Street-Food-Restaurant“ am Donaukanal schon über ihre Facebook-Seite und einem YouTube-Video-Roadtrip einen großen Namen. Das Big Smoke möchte das amerikanische BBQ nach Österreich bringen und versucht das möglichst detailgetreu nachzumachen. „Low and slow“ werden die verschiedenen Fleischsorten gegart.

So kam es dann auch, dass schon bevor das Restaurant überhaupt geöffnet hat einige hungrige Menschen auf Einlass warteten. Angeboten werden Klassiker wie die Ribs, deren Fleisch vom Knochen fallen, saftiges und zartes Pulled Pork oder sehr gute und knusprige Hähnchenkeulen. Die Beilagen werden da wirklich zu Nebendarstellern, was sich auch im eher mittelmäßigen Kartoffelsalat auf Mayonnaise-Basis oder einem uninspirierten Salat bemerkbar macht. Angesichts des Fleischgenusses allerdings vernachlässigbar.

IMG_4268Das soll es allerdings nicht gewesen sein. Einen tollen Abend verbrachten wir im Mraz & Sohn, das hier in einem gesonderten Bericht noch gewürdigt wird.

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