: Er isst

Reber’s Pflug, Schwäbisch Hall (*)

Ein Ausflug in die Region führte uns ins schöne Schwäbisch Hall. Neben der schönen Altstadt, dem Kloster Comburg und der Kunsthalle Würth, ist die Stadt auch für sein Fleischangebot aus der Region bekannt und verkauft vor allem Schweine und Rinder unter dem Dach der „Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall„. Vor allem das Fleisch vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein ist unter Köchen heiß begehrt.

Wir wollten uns aber lieber bekochen lassen und fanden im Michelin-Führer ein passendes Restaurant. Das Reber’s Pflug liegt etwas außerhalb des Stadtgebiets und bezeichnet sich selbst als „Restaurant mit Hotel“. Man versteht also gleich, dass das kulinarische Angebot hier eine wichtigere Rolle spielt, als in vergleichbaren Landhotels und -gasthäusern. Mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet, war eine gewisse Erwartungshaltung also schon mal vorprogrammiert, als wir mittags bei bestem Wetter ankamen. Vor dem Haus befindet sich der eigene Kräutergarten und man konnte bereits erahnen, dass hier sehr gut gekocht wird.

DSC_5927Wir wurden freundlich in den schönen Außenbereich hinter dem Haus geleitet. Die Karte besteht aus mehreren Menüs und einem à la carte-Angebot.  Wir wählten frei drei Gänge aus und bekamen recht schnell den Rosé-Sekt vom Weingut Wöhrwag und eine kleine Brotauswahl mit einer Senf-Gurken-Ajoli, Oliven- und Curry-Creme. Ein netter Einstieg.

DSC_5918Auch die Vorspeise ließ nicht lange auf sich warten, ein „Knuspriger Kabeljaurücken auf Weinberg-Lauchpüree und Pfifferling-Liebstöckelnage“. Man erkennt die klassische Handschrift der Küche, was aber keineswegs negativ gemeint ist. Die Grundprodukte waren von toller Qualität, der Fisch tadellos gegart. Zwar war er an der absoluten Obergrenze gewürzt und der knusprige Schinken verstärkte das noch, dennoch bekam ich einen tollen ersten Gang.

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Ebenso klassisch kam auch der Hauptgang daher, annonciert mit „Heimisches Kalbsfilet mit gebackenem Kalbsbries auf Sommerböhnchen und Kichererbsen-Thymianküchle“. Ich sprach ja schon davon, dass die Region um Schwäbisch Hall für gutes Fleisch bekannt ist. Umso weniger verwundert es, dass auch hier die Qualität hervorragend war. Obwohl das Fleisch, meiner Meinung nach, weniger weit gegart werden sollte, war es dennoch sehr zart und schmeckte zusammen mit der Kräuterkruste sehr gut. Das Bries war perfekt zubereitet und wurde von geschmorten Schalotten begleitet. Die kleinen Küchle waren recht kompakt, was aber durch das knusprige Ausbacken nicht ganz so auffiel. Die Sauce war kräftig und sehr harmonisch abgeschmeckt. Eine schöne Kombination und eine ziemlich große Portion.

DSC_5922Zum süßen Finale gab es dann etwas nicht mehr ganz so Klassisches. „Johannisbeeren – Tonkabohne – weiße Schokolade“ waren sehr gut, auch wenn die Namensgeber Tonkabohne und weiße Schokolade überhaupt nicht präsent waren. Stattdessen spielten sich das Zitroneneis und das Beerenmousse in den Vordergrund. Lecker, aber eben anders als erwartet.

DSC_5924Der Service war sehr nett und führte gut durch das Mittagessen. Die Wartezeiten zum Hauptgang und zum Dessert waren etwas lang, was gerade mittags durchaus auch mal problematisch sein kann.

Ansonsten stimmte alles. Wer die klassische Küche und ein schönes Landgasthaus liebt, wird auch Reber’s Pflug zu schätzen wissen.

Folgend noch die abweichenden Gerichte meiner Begleitung.

 

 

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