: Er isst

Une Cuisine en Ville, Bordeaux, Frankreich

Den ersten Abend verbrachten wir in „Une Cuisine en Ville“ in Bordeaux. Inhaber und Küchenchef Philippe Lagraula führte zuerst ein Restaurant in Dax, wo er einen Michelin-Stern erkochte. Seit 2012 betreibt er nun das Restaurant in Bordeaux und wurde für seine moderne, französische Küche mit dem Bib Gourmand des Michelin ausgezeichnet.

Wir hatten einen Tisch reserviert und bekamen bei schönem Wetter einen Platz im Innenhof. Um 20:00 Uhr waren wir fast die ersten Gäste, die meisten anderen sollten sich erst im Laufe des Abends füllen. Ein für mich immer noch nicht nachvollziehbarer Brauch, erst so spät das Abendessen einzunehmen.

Der Service war sehr sympathisch und aufmerksam. Serviert wird ein Drei-Gang-Menü oder à la carte, wobei wir uns für das Menü entschieden, da auch dort die einzelnen Gänge recht flexibel ausgetauscht werden können.

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Das Menü begann mit Pulpo, einem angemachten Joghurt und Brunnenkresse. Der gebratene Pulpo war etwas fest in der Konsistenz und mit süßem Paprika gewürzt, passte dann geschmacklich aber sehr gut zu dem Joghurt, der ähnlich einem Tzatziki abgeschmeckt war. Insgesamt erinnerte das Gericht an einen Grillabend im Garten, was mir sehr gut gefiel.

DSC_6079Die Hauptspeise bestand aus einem zarten Schweinebauch, etwas Brunnenkresse, luftgetrocknetem Schinken, Kartoffeln und dem Schweinefond. Der Bauch und der Schinken waren in Ordnung, wogegen die Gesamtzusammenstellung so richtig nicht funktionieren wollte. Der Fond war nicht kräftig genug und wässrig, was mich etwas ratlos zurückließ. Leider vermisste ich auch einen Löffel, was es erschwerte das Gericht zu essen. Die Kartoffeln waren einfach nur ungewürzt gegart und dann doch sehr langweilig. Und die Kresse war auch nicht weiter angemacht, weswegen auch der Gesamteindruck dann leider eher durchwachsen war.

DSC_6081Mit dem Dessert war die Hauptspeise aber wieder vergessen. Das Sorbet wurde aus Petersilie hergestellt und wurde von Nougatmousse, Nuss-Mürbeteig-Keksen und Ananas begleitet. Es schmeckte hervorragend. Die Kombination des frischen, herben Sorbets mit dem süßen Mousse und den knusprigen Keksen funktionierte super.

Der Service war leider ab der Vorspeise nicht mehr existent. Die Wartezeiten wurden doch deutlich länger und das Nachbestellen von Getränken beispielsweise gestaltete sich schwierig. Insofern gab es den einen oder anderen Wermutstropfen, an dem ansonsten sehr schönen ersten Urlaubsabend. Dafür wurde das Menü mit gerade mal 31 Euro abgerechnet, was ich insgesamt als sehr gastfreundlich kalkuliert empfand.

Der zweite Tag führte uns schon ins Baskenland, nach Bilbao, und hielt den ersten kulinarischen Höhepunkt bereit. Ein Tisch im, mit drei Michelin-Sternen empfohlenen, Azurmendi war reserviert und ich schon sehr gespannt, was uns erwarten würde…

 

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