: Er isst

Pintxos, Teil 2. San Sebastian, Spanien

DSC_6731Nach Bilbao soll endlich San Sebastian auf uns warten, das Ausgangspunkt für viele weitere kulinarische Abenteuer sein soll. San Sebastian ist Ursprung und Hochburg der baskischen Küche, die sich auch in der gehobenen Gastronomie einen Namen gemacht hat. Insgesamt 16 Michelin-Sterne sollen dafür Beleg sein, auch wenn man erwähnen sollte, dass sich die Restaurants auf einen recht großen, zehn Kilometer weiten, Umkreis verteilen. Einige der Köche aus diesen Häusern fanden ihren Weg zurück in die Stadt und stiegen auf Pintxos um, die auch deswegen hier oftmals kreativer ausfallen, als es in Bilbao der Fall war.

So werden wir auch die nächsten zwei Tage Pintxos, viele Pintxos, essen. Praktischerweise finden sich die meisten Pintxos-Bars in der Altstadt, was die Wege zwischen ihnen recht kurz macht. Das ist vor allem deswegen sehr wichtig, da man Pintxos nie nur in einer Bar isst, sondern in verschiedenen Lokalen die jeweilige Spezialität genießt. Gewöhnungsbedürftig ist dabei auch, dass man selten sitzt, sondern eher an Stehtischen speist.

Da der vierte Urlaubstag gleichzeitig ein Montag war, hatten ein paar Lokale leider geschlossen, es gab aber genug Alternativen. Neben sehr traditionellen Bars, mit ebenfalls sehr urtümlicher Einrichtung, gibt es in San Sebastian auch einige die modern eingerichtet sind. Eine davon war die Atari Gaztroteca mit der wir unsere Tour starteten.

Neben traditionellen Pintxos, wie z. B. Rührei mit Stockfisch, sind vor allem die kreativen Gerichte ein Gaumenschmaus. Beispielsweise eine sehr feine Erbsensuppe mit Schinken und pochiertem Ei oder gebratene Entenleber mit Fruchtgelee und Brioche. Aber nicht nur das wirklich sehr leckere Speiseangebot weiß zu überzeugen, auch die kleine aber feine Weinauswahl neben dem Txakoli und ein recht großes Angebot unterschiedlicher Gin Tonics überraschten positiv. Tatsächlich waren wir so begeistert, dass wir an diesem Abend für einen Absacker noch mal hier waren und auch am nächsten Tag die Bar zwei Mal besuchen sollten.

Danach ging es in die Taberna Gandarías. Hier gibt es eher traditionelles Essen, z. B. geschmorte Ochsenbäckchen, ein einfaches Baguette mit gutem Pata Negra Schinken, eine Schinkenkrokette, säuerlich angemachte Glasaale, die doch recht seltsam aussahen, oder Krebsfleisch in einer Art Tomatensauce. Die Glasaale schmecken übrigens recht geschmacksneutral. Sie sind sehr zart und schmecken zusammen mit der Vinaigrette dennoch ordentlich. Ansonsten war alles sehr gut, wenn es auch das bisher hohe Niveau nicht zu halten vermag. Das hatte aber in keinster Weise gestört, weil es nach wie vor einfach sehr gutes und bodenständiges Essen war.

Zuletzt führte uns der Weg in die Bar Astelena und eher modernen, asiatisch inspirierten Pintxos.

So wird das Mini-Steak mit Pommes mit einer Jus auf Sojasaucenbasis serviert oder Seafood in einer Frühlingsrolle verpackt. Leider war der Appetit schneller als der Fotoapparat, weswegen die Teller auf dem Foto schon etwas leerer waren. Natürlich gab es aber auch so etwas wie im Kataifi-Teig frittierte Garnelen oder Pistazienkroketten. Man merkte aber dann doch deutlich, dass es deutliche Unterschiede zwischen der Qualität der verschiedenen Bars gibt. Das Essen war in Ordnung, aber auch weit weg von begeisternd.

Schon jetzt wünschte ich mir, dass es diesen unkomplizierten Gastrospaß überall und insbesondere in meiner Heimatstadt Stuttgart gäbe. Nicht zuletzt, weil die Atmosphäre in den zwei erst genannten Bars wirklich ausgelassen war und die meisten Gäste das Angebot doch sichtlich genossen. Glücklicherweise soll ja noch ein Tag weiterer Bars, Txakolis, Pintxos und vor allem kulinarischen Erlebnissen warten.

Kommentar verfassen