: Er isst

Bar Nestor und Bodegón Alejandro, San Sebastian, Spanien

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Mittagszeit in San Sebastian und ich habe Hunger. Da kam die Bar Nestor in der Altstadt gerade richtig. Wie üblich wird im Stehen am Tresen oder den Stehtischen gegessen, der einzige normale Tisch war bereits reserviert. Die Entscheidung, was es zu essen geben sollte, wurde uns weitestgehend abgenommen. Es gibt nämlich keine Speisekarte, die zur Auswahl stehenden drei Speisen finden sich in der Glasvitrine. Tomatensalat in gutem Olivenöl, gebratene Pimientos de Padron und den Hauptdarsteller. Ein schönes Rib-Eye-Steak am Knochen von Rindern aus der Region das davor in rohem Zustand präsentiert wird und man sich aus der Auswahl das schönste Stück aussuchen kann. Wir wählten das „kleinste“ Steak, das wir dann zu zweit aßen.

So unkompliziert, so lecker. Der Tomatensalat war aromatischer, als es der erste Eindruck vermuten lässt. Die Pimientos waren gut und das Steak war grandios. Sehr scharf angebraten und im Inneren noch rare. Auf der heißen Platte konnte das Fleisch dann noch nach eigenem Gusto nachgebraten werden. Ich mag es bei Rib-Eye-Steaks ganz gerne medium-rare. Nicht nur wir waren sehr angetan von der Küche, auch viele Einheimische sind in der kleinen Bar anzutreffen, um alleine (!) ein solch schönes Stück Fleisch zu sich zu nehmen.

Zum Abschluss besuchten wir in San Sebastian die Bodegón Alejandro. Ein Restaurant von dem ich eine authentisch, baskische Küche erwartete. Also möglichst bodenständig, regional und ursprünglich.

Und ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn die Zubereitung dann doch weniger ursprünglich war, als erwünscht. Als Gruß aus der Küche erreichte uns eine kleine Gazpacho und etwas knuspriges Brot. Danach eine leckere Fischsuppe, auch wenn einige Stücke Fisch etwas trocken gerieten. Die geschmorte Lammschulter war ebenfalls sehr gut und wurde von Puntaletes, kurzen, in Brühe gegarten Suppennudeln, mit Pilzen begleitet. Das Dessert übersprangen wir, die „Nachwirkungen“ des Mittagessen waren noch zu spüren, so dass danach schon die Petit Fours aus dem schönen Baumstumpf auf uns warteten.

Damit endete die Zeit in Bilbao und San Sebastian. Kulinarisch gesehen war die Zeit in Spanien überraschend toll. Sowohl die gehobene Gastronomie in den zwei 3-Sterne-Restaurants als auch die vermeintlich einfache Pintxos-Küche und eher bodenständigere Speisen machten immer Lust auf mehr. Der Abschied fiel dementsprechend schwer, ich freute mich dennoch auf Lyon, das als nächstes Ziel auf uns wartete.

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