: Er isst

Zirbelzimmer im Hotel Sacher, Salzburg

Auch dieses Jahr haben wir unseren Skiurlaub für einen Ausflug ins schöne Salzburg unterbrochen. Eigentlich wollte ich zu einem Mittagessen ins Carpe Diem einkehren, das gleichnamige und immerhin mit einem Michelin-Stern empfohlene Restaurant des Getränkeherstellers. Leider sollte aus dieser spontanen Idee aber nichts werden, aufgrund Betriebsurlaub ist geschlossen stand an der Tür.

Beim Spaziergang entlang der Salzach und dem Blick auf das dort gelegene Hotel Sacher, kam uns dann eine Idee. Minuten später fanden wir uns im schönen Zirbelzimmer des Hotels wieder, nach dem das Gourmetrestaurant auch benannt wurde. Der Gault Millau empfiehlt das Restaurant immerhin mit 13 Punkten.

Der Raum wurde mit Zirbelholz vertäfelt, was für ein besonderes, gar geschichtsträchtiges, Ambiente sorgt.

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Zur Auswahl stehen ein saisonales und ein vegetarisches Menü sowie diverse à la carte-Angebote. Das Menü kann frei zusammengestellt werden, was ich dann auch tat.

Ein kleiner Gruß aus der Küche erreichte uns noch bevor die drei bestellten Gänge serviert werden sollten.

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Kartoffelpüree mit einer dichten, dunklen und herzhaften Sauce. Ein schöner, einfacher Einstieg in den Mittag und die erste Kostprobe der kulinarischen Ausrichtung der Küche. Klassische, eher regionale Speisen die so wunderbar in das Ambiente passen.

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Auch die nun folgende Vorspeise „Saibling aus dem Salzkammergut im Steinpilz-Tomatenfond mit Hummertascherln, Salzzitrone und schwarzem Knoblauch“ folgte dieser Grundausrichtung, wenn auch deutlich modernisiert und mit mediterranem Einschlag. Die Kombination funktionierte toll, sowohl die Salzzitrone als auch der fermentierte Knoblauch brachten unerwartete Geschmacksnuancen mit.

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Es folgte das „Schulterscherzl vom Milchkalb 24 h im Vakuum geschmort mit Speckbohnen, Süßkartoffelmousseline und Wintertrüffel“. Das Fleisch war hervorragend zubereitet, ebenso die anderen Zutaten zu dieser sehr leckeren Hauptspeise. Besonders überraschend waren die Speckbohnen, weil der verwendete Speck besonders gut war.

Ob man die Erbsensprossen nun wirklich auf dem Amuse Geule, Vor- und Hauptspeise braucht, sei mal dahin gestellt. Sie sind ja auch schnell beseite gelegt.

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Das Gute kommt zum Schluss. Insbesondere in Österreich ist das der Fall, ist es doch besonders berühmt für seine Süßspeisen. In Salzburg dürfen dabei die Salzburger Nockerl nicht fehlen, auch wenn die Sacher-Torte fast bekannter ist, aber die ja zu den Wiener Spezialitäten zählt. Die klassischen Nockerl bestehen aus drei, recht großen, Nocken, die jeweils einen der drei Salzburger Hausberge repräsentieren sollen. Sie bestehen aus geschlagenem Eiweiß, Zucker und Vanille und sind, sofern, wie in diesem Fall, richtig hergestellt, sehr, sehr luftig. Dazu gab es hier noch etwas Himbeermousse, andere Küchen servieren eher Himbeersauce dazu.

Man darf sich von der Luftigkeit der Süßspeise nicht irritieren lassen. Sie ist sehr sättigend, so dass wir am Ende froh waren, dass der Service uns darauf aufmerksam machte, dass drei Nocken für uns zwei doch etwas viel sein könnten und wir  uns nicht unbedingt an das Traditionsrezept zu halten haben. Nichtsdestotrotz war die Nachspeise ein einziger Traum.

Die offene Weinkarte ist leider etwas kleiner, die typischen österreichischen Weißweine findet man aber natürlich. Der Service war sehr sympathisch und hat uns gut umsorgt.

 

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