: Er isst

Kulinarisches in Prag

Vor einigen Monaten führte uns ein Kurzurlaub nach Prag. Die wunderschöne Hauptstadt Tschechiens sollte mich nicht nur städtebaulich und kulturell überraschen, sondern natürlich auch kulinarisch. Die dort herrschende Böhmische Küche zeichnet sich vor allem durch ihre „Deftig-“ und Bodenständigkeit aus. Fleisch, Knödel und jede Menge Süßspeisen stehen auf den Speisekarten. Alles Dinge denen ich jetzt ja nicht unbedingt abgeneigt bin.

Die Spannung war also groß, aber bereits die Vorbereitung stellte mich vor zahlreiche Herausforderungen. Der Michelin-Führer, für mich immer das erste Nachschlagewerk, half nur begrenzt weiter. Die meisten Sterne-prämierten Restaurants kochten eher international, als eine regionale Küche. Nur das „La Degustation Bohême“ hob sich da besonders hervor und pries eine modernisierte, böhmische Küche an. Natürlich war daher auch der Tisch schnell reserviert. Ansonsten verließ ich mich dann auf andere Quellen. Die Gefahr zu verhungern war jedenfalls so oder so nicht unbedingt groß.

Wir kehrten vor allem in typische Prager Gastronomien ein, die durch schöne, alte Cafés, Brauhäuser und Kneipen geprägt werden. Z. B. das Café Savoy, das LOKÁLCafé Imperial oder Kolkovna Olympia. Schön sind sie alle. Entweder wegen ihrer alten und sehr gut erhaltenen Inneneinrichtung oder den durchaus gelungen Modernisierungen, z. B. im Brauhaus.

Leider kann das Essen da nicht mithalten. Richtig schlecht ist eigentlich nichts davon, richtig gut aber leider auch nicht. Woran das liegt kann ich nicht sagen, es spielt aber sicherlich eine Rolle, dass die meisten doch sehr auf die nicht enden wollenden Touristenströme abzielen und die Leidenschaft für gutes Essen dabei etwas auf der Strecke bleibt. So genießt man lieber die tolle Einrichtung und das gute Bier.

Da wundert es auch nicht besonders, dass die besseren Speisen bei einem Restaurant zu finden waren, das eben wenig touristisch ausgerichtet war. Im Casserol wird eine moderne, böhmische Küche gekocht.

Und man sieht es sicherlich schon den Fotos an, dass hier alles mit mehr Liebe zubereitet wurde. Das schmeckte man. Alles wirklich gut gemacht, die Ente etwas zu weit gegart, aber angesichts des Niveaus der anderen besuchten Gastronomien sehr verschmerzbar.

Der Ausflug in die Sterne-Gastronomie hatte also kulinarisch etwas gut zu machen. Seid gespannt ob die Erwartungen wenigstens hier erfüllt wurden.

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